Recyclingregion Harz mit gutem Beispiel voran

„Auf dem Gebiet des Recyclings hat der Harz das Potenzial, sich zu einer Leuchtturmregion für Deutschland zu entwickeln.” Dies unterstrich Professor Daniel Goldmann vor rund 60 Experten auf dem Workshop „Recyclingregion Harz”, der am 26. April 2018 im CUTEC Clausthaler Umwelttechnik Forschungszentrum stattfand.

In dem vom BMBF geförderten Forschungsprojekt Recycling 2.0 untersuchen Wissenschaftler der TU Clausthal und der Hochschule Nordhausen – beide Mitglieder von REWIMET – und der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg die Rohstoffpotenziale aus Abfällen, die in der Region entstehen.

Kooperationen mit Unternehmen in der Harzregion haben gezeigt, dass enorme Mengen an Abfällen in der Region verwertet werden können. Damit das auch tatsächlich geschieht, müssen wirtschaftliche Potenziale berechnet, aber auch die sozialen und ökologischen Auswirkungen berücksichtigt werden.

Erste Erfolge zur „Wertstoffwende“, die als Pendant zur Energiewende unsere Lebensbedingungen dauerhaft erhalten wird, zeigen Beispiele, die bereits im Projekt erarbeitet wurden:

  • Die Harz-Weser-Werkstätten produzieren trendige Möbel aus Einweg-Holzpaletten. Mit Matratzen und Polster versehen, entstehen daraus Betten und Sitzmöbel. Die Vermarktung steht unmittelbar bevor.
  • Die Papierfabrik von Smurfit Kappa Deutschland GmbH in Herzberg kann einen großen Teil ihrer Abfälle, die bisher verbrannt wurden, in der Region stofflich verwerten. Das verbessert nicht nur die Ökobilanz, sondern spart auch noch Entsorgungskosten ein.

In Workshops erarbeiteten die Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und den Gebietskörperschaften wertvolle Ansätze für die weitere Arbeit im Projekt. Ein Workshop befasste sich mit dem Bodenschutz und anthropogenen Ablagerungen – Beispiele aus vergangenen Zeiten mahnen an, mit Abfällen zukünftig besser umzugehen. In einem weiteren Workshop wurde am Beispiel von Elektroaltgeräten diskutiert, wie die Erfassung von Wertstoffen aus Siedlungsabfällen verbessert werden kann. Der dritte Workshop stand unter dem Zeichen der Wirtschaftsförderung. REWIMET und die Wirtschaftsförderer der Region erarbeiteten Grundvoraussetzungen für die Erstellung eines Geoinformationssystems. Ein Geoinformationssystem  ist hilfreich, um Synergien bei der Nutzung von Wärme und Abfällen erkennbar zu machen.

Das Projekt Recycling 2.0 läuft noch bis Ende 2018. Eine Fortsetzung wird von allen Seiten begrüßt.